Unser asiatischer Favorit – Das goldene Paradies Myanmar

Unser asiatischer Favorit – Das goldene Paradies Myanmar
27. Oktober 2016 weltreisend.ch

Spontan haben wir uns für eine Reise nach Myanmar entschieden und mussten kurzerhand ein Visum in Bangkok beantragen (siehe Infobox unten). Warum Burma unsere asiatische Lieblings-Destination wurde, erklären wir euch hier.

Lasst uns die Mentalität der Leute mit einer Geschichte erklären: In einem Restaurant in Bagan lernten wir eines Abends einen netten Kellner kennen. Am nächsten Tag wollten wir vor einer Pagoda Bilder kaufen und da war tatsächlich der gleiche Kerl vom Abend zuvor und verkaufte diese Bilder. Wir wollten zwei der Bilder kaufen, hatten aber nicht genug Bargeld dabei (hey – das kann passieren!). Er sagte uns, das sei kein Problem, wir sollen doch die Bilder mitnehmen und ihm am Abend das Geld ins Restaurant bringen. Wir waren so überrascht und fragten ob er wenigstens das wenige Geld als Anzahlung nehmen wolle. Er verneinte dies jedoch und meinte, immerhin bräuchten wir noch Geld um etwas zu trinken und essen den ganzen Tag. Und so hatte er uns die zwei Bilder überlassen in vollem Vertrauen, dass wir am Abend zurück kommen, um die Bilder zu bezahlen. Wie die Geschichte ausging, erfährt ihr, wenn ihr weiterlest.

 

Leute machen Länder

Wir wussten ehrlich gesagt nicht viel über dieses Land und hatten es auf unserer Routenplanung nicht berücksichtigt. Dank der vielen Reisenden, die wir in Asien getroffen haben und die uns Myanmar empfohlen hatten, haben wir uns dafür spontan entschieden, auch noch das goldene Land zu besuchen. Und es hat sich sowas von gelohnt! Die Grenzen Myanmar’s sind erst seit 2010 für individuelle Touristen geöffnet, vorher konnte man das Land nur mit einer organisierten Tour besichtigen. Das ist der Grund, dass Myanmar (noch) nicht von Touristen überlaufen und sehr authentisch ist.

Burmesen haben oft weiss-gelbe Farbe im Gesicht verstrichen, was als Make-up und Sonnenschutzmittel dient. Das sogenannte Thanaka wird von der Thanaka-Rinde gewonnen, mit ein wenig Wasser gemischt ergibt es dann eben dieses „Make-up“ und wirkt auch sehr kühlend. Meistens von den Frauen getragen, jedoch findet man auch viele Männer und Kinder mit dieser Malerei. Diesen Anblick fanden wir anfangs schon sonderbar.

 

Thanaka – Typische „Bemalung“ in Myanmar

 

 

Männer haben aber ein anderes Wiedererkennungszeichen: Kautabak. Am Anfang unseres Besuches dachten wir die Leute hätten kaputte Zähne, denn die waren ganz braun-schwarz-rot verschmiert. Wir wurden des Besseren belehrt. Man kann sich an jeder Strassenecke beim Dealer des Vertrauens eine Geschmacksrichtung des Tabaks aussuchen, diesen wickelt man dann in ein Blatt, welches vorher mit einem „Naturleim“ beschmiert wurde. Nebst dem gewöhnungsbedürftigen Anblick, hat Kautabak den weiteren Nachteil, dass sich ständig Spucke im Mund ansammelt, die raus muss. Dies erklärt, warum Myanmars Strassen mit rotbraunen Spritzern beschmückt sind.

 

Bestes Streetfood ever

Ein weiteres Plus, womit Myanmar bei uns als Lieblingsdestination gepunktet hat: das Essen! Es ist eine Mischung zwischen indischem und asiatischem Essen, viele Gerichte mit Kichererbsen, Curry und Erdnüssen. Unbedingt probieren: Tealeaf Salad. Aber natürlich lokal zubereitet bei der burmesischen Grossmutter. Streetfood ist allgemein sehr abwechslungsreich und darf man sich nicht entgehen lassen! Die beste und authentischste Auswahl an Streetfood findet man in Yangon.

Man sieht generell viel Armut (wohl das ärmste Land, das wir in Asien besucht hatten), demnach sind die Leute umso grosszügiger und herzlicher. Es ist ja leider oft so, die, die wenig haben, teilen mit allen, die, die viel haben, behalten alles für sich. Umso trauriger ist es zu sehen, wie viel Geld in Myanmar in die Pagoden gesteckt wird. Mann kann sich ein Blattgold für umgerechnet 30 CHF kaufen und auf die Pagoda, den Buddha oder sonst etwas Heiliges ankleben und das sollte dann Glück bringen. Mann im vorherigen Satz ist kein Tippfehler. Tatsächlich ist es nur Männern erlaubt Blattgold an die Heiligtümer zu kleben. Wie lange die Leute für die 30 Franken arbeiten mussten, interessiert die Religion herzlich wenig. Um die Relationen zu verstehen, stell dir vor, du bezahlst für eine lokale Mahlzeit (Streetfood) umgerechnet 25 Rappen.

Das „goldene“ Land trägt den Namen, weil es von goldigen Pagoden nur so wimmelt. Religion steht in diesem Land auf Platz Nummer 1 und ist den Menschen sehr wichtig. Generell ist uns aufgefallen, dass in ärmeren Ländern die Religion wichtiger ist, als in anderen Teilen der Erde, da es ihnen Schutz und Hoffnung bietet. Unserer Meinung nach ein wenig paradox. Nichtsdestotrotz sind die Pagoden absolut sehenswert und mitunter Grund für einen Besuch dieses Landes.

Reisen in Myanmar

Man muss beachten, dass die Unterkünfte und das Reisen für Touristen um einiges mehr kosten, verglichen zu anderen Ländern Südost-Asiens. Das liegt wohl daran, dass die Hotels, Reisebusse, etc. ziemlich neu sind, da, wie bereits erwähnt, der Tourismus erst seit wenigen Jahren angekurbelt wird. Günstige Hostels und Guesthouses sucht man vergebens, ein Budget-Hotelzimmer kostet zwischen 25-35 Franken (was für den einen oder anderen Backpacker extrem teuer scheinen mag). Die Reisebusse sind sehr neu, der Marktführer in Myanmar is der JJ Express. Ein wenig teurer, aber viel komfortabler als die Konkurrenz. Die Busse verbinden alle grossen Städte täglich, aber kommen oft gegen 3-4 Uhr morgens am Ziel an. Kleiner Tipp: Fragt bei Ankunft um diese Uhrzeit nach einem Discount im Hotel. Die meisten Hotels geben diese angebrochene Nacht kostenlos, wenn man die darauffolgende Nacht regulär bezahlt.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Orten Myanmar’s findet ihr in den separaten Artikeln.

Ah und Ihr wollt noch wissen, wie die Geschichte zu Ende gegangen ist? Wir sind am Abend ins besagte Restaurant und haben die Bilder natürlich bezahlt. Was habt ihr denn erwartet?

Visum für Myanmar in Bangkok beantragen

Das Visum lässt sich auch online beantragen. Wir haben jedoch Reisende kennengelernt, bei denen es zeitlich nicht mehr gereicht oder sich sonstige Probleme ergeben haben, sodass wir uns für die sichere Variante entschieden haben: Persönlich in der Botschaft von Myanmar in Bangkok das Visum für Myanmar beantragen.

Dazu ein paar wichtige Infos für unsere Leser:

  • Ausstellungdauer und Kosten
    Express-Visa (Abholung am Nachmittag) kosten um die 1260 Baht (ca. CHF 35.-).
    Next-day Visa (Abholung am nächsten Tag) kosten um die 1000 Baht (ca. CHF 28.-).
    Three-day Visa (Abholung in drei Tagen) kostet um die 810 Baht (ca. CHF 23.-) – die günstigste Variante.
  • Antrag- und Abholungszeiten
    Das Visum muss morgens zwischen 9:00 und 12:00 Uhr beantragt werden. Am Nachmittag finden zwischen 15.30 und 16.30 Uhr nur Abholungen statt.
    Tipp: Man muss im Büro mit sehr langen Wartezeiten rechnen (bei uns 2 Stunden). Es hat aber ein Ticketsystem, das für Ordnung sorgt. Es empfiehlt sich so früh wie möglich anzustehen, um noch vor 12 Uhr an die Reihe zu kommen (wichtig für Express-Visa).
  • Mitnehmen
    Reisepass, eine Kopie des Reisepasses, zwei Passfotos, und eine Adresse der Unterkunft in Myanmar.

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